Mit ‘vendor lock-in’ getaggte Artikel

“You won’t be fired for buying OpenSource”

Dienstag, 27. Januar 2009

Heute war der erste Tag der Open Source Meets Business Konferenz in Nürnberg. Highlights waren unter anderem die Keynotes von Larry Augustin und Rafael Laguna dela Vera. Der erste ist Business Angel und VC, der zweite ist CEO der Open-Xchange GmbH (und auch Business Angel und VC).

Augustin zeigte interessante Statistiken darüber, wieviel VC-Gelder im vergangenen Jahr in OpenSource-Unternehmen investiert wurden. So ist 2008 seit Beginn seiner Statistik in 2000 das Jahr mit den zweithöchsten Investitionen. Er folgterte daraus, dass die Wirtschaftskrise die Situation für die Akzeptanz Open Source in Unternehmen mehr begünstigen als benachteiligen würde. In kritischen Zeiten würden alle Potentiale zur Kosteneinsparung ausgenutzt und ein wesentliches Potential biete eben der Einsatz von OpenSource-Software.

Zudem sei die Krise eine gute Phase, um Unternehmen mit einem OpenSource-Fokus zu gründen. Durch die betriebsbedingten Kündigungen aller Orten wären viele gute Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt verfügbar, die gerne wieder in Lohn und Brot kommen wollten. Sicherlich ein etwas zynischer Aspekt, aber doch mit einem wahren Kern.

Viel Zustimmung erhielt Augustin dann auch für seine Einschätzung des historischen Wandels:

In den 80ern wäre man nicht dafür gefeuert worden, wenn man bei IBM gekauft hätte. In den 90ern wäre man nicht dafür gefeuert worden, wenn man bei Microsoft gekauft hätte. Und in den 2000ern würde man eben nicht dafür gefeuert, wenn man OpenSource-Software kaufen würde.

Rafael Laguna sprach über den Trend “Cloud Computing” und dessen diversen Aspekte. Am längsten ist den Teilnehmern bestimmt seine Warnung über die “closed clouds” in den Ohren geblieben. Sie würden einen noch festeren “vendor lock-in” verursachen, als kommerzielle Software es könnte. Sprich, die Bindung eines Kunden an seinen Cloud-Anbieter, die nicht nur durch die Verwendung von dessen Software (as a Service) sondern eben auch durch die Speicherung der Kundendaten steigen würde.

Den Rest des Tages habe ich mit dem Ansehen der Präsentationen der BusinessPlan-Wettbewerber (OSBA) verbracht, da ich Mitglied in der Jury bin.