Mit ‘Service’ getaggte Artikel

Open Source Marketing Professionals gründen eigenen Verband

Mittwoch, 19. März 2008

Wie so oft im Open Source Umfeld, hatte jemand eine Idee, diskutierte sie mit anderen und kurze Zeit später wurde ein Projekt daraus.

Es gibt derzeit keinen Berufsverband von Marketing Professionals, die sich auf Open Source-Themen spezialisieren. Also wurde einer gegründet, die OSMPA.

Da Open Source-Software oftmals ohne Lizenzkosten vertrieben wird, dreht es sich bei dem Angebot in der Regel um reine Dienstleistungen. Marketing von Open Source ist also Service Marketing, welches einen Teil meiner eigenen Dienstleistung ausmacht. Die OSMPA ist also ein spannendes Thema für mich.

[Update:] Seit gestern bin ich Mitglied in der OSMPA.

“Guter Service geht anders”

Donnerstag, 07. Februar 2008

Haben Sie schon die aktuelle Fernsehwerbung von Yellostrom gesehen? Endlich mal ein Unternehmen, dass den Wert von Service erkannt hat und sich auch entsprechend positioniert. Yellostrom ist mit dieser Strategie in den Jahren 2005 bis 2007 dreimal in Folge Testsieger im Stromanbietervergleich der Zeitschrift “Focus”. Zudem belegte das Unternehmen 2007 in der Kundenzufriedenheitsstudie Kundenmonitor den ersten Platz seiner Branche in den Bereichen Globalzufriedenheit und Preis-Leistungs-Verhältnis.
Dazu ist der TV-Spot noch ausgesprochen komisch und nimmt den zunehmenden Einsatz von IVR-Systemen bei vielen Service-Hotlines geradezu köstlich auf die Schippe.

Falls Sie selber einmal in der Schleife eines “intelligenten” Sprachsystemes hängen und Ihre Antworten partout nicht erkannt werden, hilft ein einfacher Tipp: Fangen Sie an zu singen! Keine erkennbaren Texte sondern ein einfaches “Lalala” muss es sein (das sollten Sie vielleicht nicht in der Öffentlichkeit probieren…). Spätestens nach einer Minute gibt das System es auf, Sie erkennen zu wollen und stellt Sie zu einem “echten” Mitarbeiter durch.

Mindmaps online simultan bearbeiten

Mittwoch, 30. Januar 2008

Mit dem Service von mindmeister.com ist es möglich, mit mehreren Personen eine Mindmap zeitgleich über das Web zu bearbeiten. Es herrscht also kein Zwang mehr, sich im gleichen Raum zu befinden und die Mindmap mit einem Projektor an die Wand zu werfen. Außerdem ermöglicht der Dienst, Maps entweder im Freemind- oder im MindManager-Format zu im- und exportieren.

Damit ist auch eine Konvertierung der Maps von dem einen Format in das andere möglich — sehr hilfreich für diejenigen, die sowohl in FOSS- (Free and Open Source) als auch in den klassischen Software-Welten zuhause sind und häufig hin- und herwechseln müssen. Andere Formate, wie z.B. PDF stehen ebenfalls zur Auswahl.
Mindmeister lässt sich nach der Anmeldung kostenfrei nutzen, ein Premium- und ein Teamangebot sind jeweils zu einem einstelligen Euro-Betrag je Monat bestellbar.

Karlsruhe Service Research Institute eröffnet

Freitag, 11. Januar 2008

Um der wachsenden Bedeutung von Dienstleistungen gerecht zu werden, geht die IBM eine Kooperation mit der Universität Karlsruhe ein und gründet gemeinsam das Karlsruhe Service Research Institute.

Hintergrund der gemeinsamen Initiative ist die rasch wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors: Schon heute werden ein Großteil der weltweiten Wertschöpfung und mehr als 70 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes mit Dienstleistungen erwirtschaftet. Gerade in Deutschland gibt es dennoch bislang kaum speziell auf Dienstleistungen ausgerichtete Forschungsvorhaben und interdisziplinäre Bildungsangebote. Ausnahme sind hier z.B. die katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement von Prof. Stauss.
Anders in Ausland, wo es schon lange mehrere Forschungseinrichtungen zum Thema “Service” gibt, z.B. die renommierte W.P.Carey School of Business an der Arizona State University.

Geplant sind in Karlsruhe zunächst Veranstaltungen in den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen und Informationswirtschaft, mittelfristig soll es einen eigenständigen Master-Studiengang geben. Sofern der Senat der Universität im Februar der Gründung zustimmt, wird das Institut im Sommersemester seine Arbeit aufnehmen.

Strukturierter Dienstleistungsvertrieb

Dienstag, 12. Juni 2007

Nachdem im Artikel der vergangenen Woche davon die Rede war, warum Supportverträge für den Dienstleister besser als Time & Material-Aufträge sind, mögen Sie sich gefragt haben, wie man diese Verträge überhaupt verkauft.

Da ist zum Einen die Frage nach dem “Wie?”. Welches sind die Verkaufsargumente, mit denen man Dienstleistungen wie z.B. Wartungsverträge verkauft? Wie bringt man einem potentiellen Kunden den Nutzen eines Services näher, der im Voraus nicht greifbar und bewertbar ist?

Zum Anderen sind da die Fragen nach dem “Wer?” und “Wann?”. Denn Dienstleistungen sollten je nach Größe der Kundenorganisation und nach dem jeweiligen Zeitpunkt im Sales- bzw. Produktlebenszyklusses von verschiedenen Vertriebspersonen verkauft werden.More...

Die Antwort auf die erste Fragestellung, nämlich den Verkaufsargumenten für Dienstleistungen, bietet Stoff für einen oder mehrere weitere Artikel zu den Themen Services Marketing und Services Sales. Fürs erste soll an dieser Stelle aber der Hinweis auf das Stichwort “value”, also (Mehr-)Wert genügen.

Kunden kaufen Produkte nicht um ihrer selbst willen (von wenigen Ausnahmen abgesehen, z.B. Luxusartikel, aber auch da gibt es Ausnahmen), sondern wegen des Nutzens, den diese stiften. Eine Maschine wird nicht gekauft, weil sie bestimmte technische Funktionen aufweist, sondern weil sie einen bestimmten Zweck erfüllt. Sei es, dass ein Arbeitsablauf einfacher, schneller oder sicherer damit zu gestalten ist. Diese Betrachtungsweise ist für viele Ingenieure und die von ihnen geführten Unternehmen übrigens schwer nachzuvollziehen. Aber das ist wieder ein Thema für sich.

Mit Dienstleistungen verhält es sich genauso. Nur ist es hier noch schwerer, den Nutzen zu benennen und sogar verkaufsfördernd herauszustellen. Eine Dienstleistung, egal ob es sich dabei um die Wartung einer technischen Einrichtung oder einen Friseurbesuch handelt, ist nicht greifbar oder lagerfähig. Sie entsteht im Moment ihrer Erbringung, häufig unter Mitwirkung der Kunden. Das bringt zusätzliche Komplexität in die Sache, denn die Kooperation der Kunden kann von Situation zu Situation unterschiedlich ausfallen. Auch ohne die Einbeziehung der Kunden weisen Dienstleistungen noch Komponenten menschlichen Handelns auf, nämlich die der Dienstleister selber. Natürlich ist auch deren Leistung Schwankungen unterworfen, häufig als “Tagesform” bezeichnet.

Wie verargument man also das Wesen und den Nutzen solcher Dienstleistungen, deren Qualität doch potentiell immer wieder anders ausfallen kann?

Der Trick besteht darin, die Dienstleistungen als Ganzes bzw. Komponenten daraus greifbar zu machen und so den Nutzen abzuleiten. Wenn Ihr Service darin besteht, eine Maschine unterjährig regelmäßig zu warten, dann lautet Ihr Verkaufsargument “Produktivität”. Die Dienstleistung dient also dazu, durch präventive Wartungsmaßnahmen den verschleißbedingten Ausfall der Maschine zu vermeiden oder mindestens zu verkürzen. Das allein ist als Argument schon gut. Doch es wird noch besser, wenn Sie zur Verdeutlichung Ihrem Kunden eine Rechung aufstellen, welche Ausfälle Sie durch die vorgenommene Wartung vermieden haben. Diese Ausfallzeit multiplizieren Sie mit dem Umsatzverlust der Kunden bzw. den Kosten für den Stillstand und schon haben Sie eine eindrucksvolle Rechtfertigung für den im Vergleich preiswerten Wartungsvertrag.

Durch ein entsprechendes Berichtswesen bei Ihren Bestandskunden erreichen Sie also zweierlei. Einerseits machen Sie Ihren bestehenden Kunden immer wieder deutlich, welchen Wert Ihre Dienstleistung deren Kunden beisteuert. Andererseits gewinnen Sie Referenzdaten für die Neukundengewinnung in der Art von “bei 83 Prozent unserer Kunden erreichen wir durch wartungsbedingte Produktionssteigerung einen return of investment innerhalb von fünf Monaten”.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass Sie auf die oben erwähnte menschliche “Tagesform” durch die Einführung und ständige Optimierung von Prozessen antworten. Noch besser ist, wenn Sie sich die Anwendung dieser Prozesse durch eine neutrale und allgemein anerkannte Zertifizierung belegen lassen. Viele Unternehmen machen die Existenz entsprechender Qualitätszertifikate inzwischen ihren Lieferanten zur Auflage und bevorzugen zertifizierter Dienstleister bei der Beschaffung. So können sie sicher sein, dass die eingekaufte Dienstleistung von gleichbleibender oder steigender Qualität ist.

Zurück zu den Fragen nach dem “Wer” bzw. “Wann”. Unabhängig von der Größe der Kundenunternehmen, werden die meisten Wartungsverträge zusammen mit dem dazugehörigen Produkt erstanden. In der Regel ist hier die Vertriebsmannschaft tätig, die auch das Produkt verkauft. Meistens handelt es sich um standardisierte Dienstleistungen, die verhältnismäßig einfach aus der Preisliste heraus verlauft werden kann. Trotzdem haben sich die Entwicklung eines speziellen Verkaufsleitfadens und die ausführliches Schulung des Vertriebes speziell für diese Phase des Verkaufszyklusses bewährt.

Im letzten Artikel hatte ich beschrieben, dass bei Kunden mit Wartungsverträgen eine regelmäßige Kommunikation mit dem technischen Wartungspersonal stattfindet. Diese Häufigkeit führt zur intimen Kenntnis über den Einsatz des Produktes und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei Ihren Technikern. Sie sind damit prädestiniert, den Kunden zum Ablauf des Wartungsvertrages die Optionen zur Verlängerung bzw. zum Produktupgrade näher zu bringen. Serviceunternehmen im Bereich von Haushaltsgeräten (”weißer Ware”) agieren erfolgreich auf diese Weise. Leider liegt nicht allen Technikern dieses Up- bzw. Cross-selling, doch zumindest für den qualifizierten Hinweis auf eine Möglichkeit zum Anschlußverkauf sollte es reichen.

Diese potentiellen Kunden können Sie dann durch Telesales-Aktionen erfolgreich bearbeiten und zum Abschluß bringen lassen. Garantieverlängerungen und Aufstockungen bestehender Verträge können auf diese Weise gut bei kleine und mittelständischen Unternehmen plaziert werden.

Beim Kundensegment der größeren und großen Unternehmen hat sich die Einrichtung einer eigenen Mannschaft für den professionellen Dienstleistungsvertriebs bewährt. Entweder ist es der Service Manager selber, der in Account-Teams den Dienstleistungsanteil am Angebot mit vertritt. Durch seine Kenntnisse über den Erbringungsprozess kann er durch Authentizität vermittlen und Vertrauen aufbauen, beide wichtige Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen einen Dienstleister.

Oder es werden speziell geschulte Vertriebsmitarbeiter eingesetzt, die die besonderen Anforderungen beim Verlauf von Dienstleistungen mitbringen. Solche Teams findet man meistens aber nur bei großen Dienstleistungsunternehmen. Bei kleinen oder mittelständischen Anbietern wird wie erwähnt der Service Manager den Vertrieb unterstützen. Wenn seine persönlichen Ziele zur Leistungsbewertung dazu noch Abschlußraten und das Erreichen festgelegter Serviceumsätze enthalten, wird man die besten Ergebnisse beim Dienstleistungsvertrieb erreichen.

“The more customers are paying the happier they are.”

Dienstag, 05. Juni 2007

“Je mehr Kunden (an uns) zahlen, desto zufriedener sind sie.” Was zunächst merkwürdig, zumindest aber wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung klingt, ist in der Tat eine Erkenntnis eines gestandenen Servicemanagers. Bei der Auswertung von Kundenzufriedenheitsbefragungen nach Kundensegmenten ergab sich, dass diejenigen seiner Kunden am zufriedensten mit der Dienstleistung waren, die langfristige Serviceverträge abgeschlossen hatten. Am schlechtesten waren die Umfrageergebnisse in der Kundengruppe, die lediglich anlassbezogen Service und Support in Anspruch genommen hatten.

Warum aber schneiden die sogenannten “time & material”- oder auch “single incident”-Angebote so schlecht in der Kundengunst ab?

Auf der Nachfrageseite ist das keinesfalls so. Kunden tendieren dazu, nur soviel Service bezahlen zu wollen, wie sie auch abgefragt haben. Unternehmen reagieren darauf mit dem Angebot von “Incident-packs”, vergleichbar mit der Zehnerkarte für Schwimmbad oder öffentlichen Nahverkehr. Das Paket berechtigt zum Stellen von der entsprechenden Anzahl von Supportanfragen. Sind sie aufgebraucht, muss ein neues Paket erstanden werden.

Im Gegensatz dazu stehen die Wartungs- oder Supportverträge, die für einen bestimmten Zeitraum gelten, meistens ein Jahr. Manche Anbieter begrenzen zusätzlich noch die Anzahl enthaltener Anfragen, in der Regel aber in einer Höhe, die für die meisten Kunden mehr als ausreichend bemessen ist. Andere Unternehmen hingegen lassen für die Dauer des Supportvertrages unbegrenzte Anfragen zu, wohl wissend, dass die Mehrzahl der Kunden diese “flat rate” nicht ausnutzen werden.

Das Problem mit den single incidents ist, dass die Kunden sich ihre wenigen möglichen Anfragen für wirklich schwierige und komplexe Fragestellungen “aufsparen”. Bezogen auf die allgemein übliche Terminologie für “Level 1″ bis “Level 3″ zur Kategorisierung von Supportanfragen heißt das, die Dienstleister werden nur mit Anfragen im Level 3 konfrontiert. All die vielen kleinen Problemchen wie dem nicht funktionierenden Drucker, dem verlegten Passwort oder der Verständnisfrage zur Bedienung einer Anwendung fallen weg. In einer Mischkalkulation würde diese Kategorie von technischen Supportanfragen etwa 60 bis 80 % des gesamten Anfragevolumens ausmachen. Statt dessen müssen die Techniker im Support Fragestellungen bearbeiten, die sie jeweils mehrere Stunden lang mit aufwendiger Analyse und Fehlerreproduktion beschäftigen. Daher werden solche Angebote immer kostspielig sein. Allein das ist ein Umstand, der Kunden nicht erfreut.

Hinzu kommt, dass die Kunden diese Art von Anfragen ja nur dann stellen, wenn sie sich aus eigenen Kräften nicht mehr helfen können. In solchen Notsituationen liegen schnell einmal die Nerven blank, weil die eingesetzen Produkte und Lösungen nicht mehr laufen. Die Kunden sind also schon gereizt bis unzufrieden, denn sie können im schlimmsten Fall aufgrund der Störung ihr Geschäft nicht im gewohnten Umfang betreiben.

Dann gibt es vielleicht noch Schwierigkeiten beim Kontakt mit dem Serviceanbieter, eventuell müssen die erforderlichen Service-Packs erst bestellt und gekauft werden. In der Zwischenzeit haben die Kunden ständig das Produkt des Unternehmens vor Augen und werden daran erinnert, dass ihre Geschäftstätigkeit derzeit leidet. Insgesamt sind das keine guten Voraussetzung für ein gutes Abschneiden in der späteren Zufriedenheitsbefragung. Es ist leicht vorstellbar, welche Auswirkung das auf die Zukunft der Geschäftsbeziehung mit dem Anbieter hat.

Wie können Serviceanbieter es vermeiden, dass Kunden die Entscheidung für oder gegen ihre Leistungen nur auf ein einzelnes Erlebnis gründen?

Serviceverträge mit längerer Laufzeit führen im Gegensatz zu den single incidents dazu, dass Kunden regelmäßig im Kontakt mit ihnen Dienstleistern stehen. Der Kostendruck, mit nur wenigen Supportanfragen auskommen zu müssen, fällt für die Kunden weg. Damit einher geht, dass den Anbietern mehr Anfragen gestellt werden, auch solche die sich schneller und leichter beantworten lassen. Mit der Häufigkeit der Serviceerlebnisse steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kunden einen guten Eindruck von den Leistungen erhalten. Und je häufiger die Kunden das positive Erlebnis haben, desto mehr festigt sich die Kundenbindung. Eine Untersuchung von Hahn Consulting aus dem Jahr 2001 hat gezeigt, dass Kunden mit langfristigen Wartungsverträgen eine durchschnittliche Loyalität von 85 % zeigten, gegenüber nur 65 % bei denjenigen Kunden mit Time & Material-Service.

Das positive Erlebnis der Kunden lässt sich noch weitern steigern, indem das Serviceangebot noch weiter personalisiert wird. Das heißt, den Kunden stehen nicht nur eine bestimmte Anzahl von technischen Supportanfragen zu, sondern es werden ihnen eventuell ein oder mehrere feste Bearbeiter zugewiesen. Diese festen Bearbeiter können sich durch die Konzentration auf wenige oder sogar nur einen Kunden sehr tief in deren Lösungswelt einarbeiten. Anfragen können so schneller beantwortet und gelöst werden, weil die jeweilige Einarbeitungszeit verkürzt werden kann.

Manchmal erlangen solche fest zugeordneten Supporttechniker fast den Status eigener Mitarbeiter des Kunden. Durch die intime Kenntnis der spezifischen Kundensituation können sie oft helfen, Fehler und Probleme durch optimale Konfiguration der Lösungen zu vermeiden. Der geleistete Mehrwert wird von den Kunden erkannt und honoriert und führt zu der besagt hohen Zufriedenheit derer, die mehr bezahlen.

Umwelttechnikfirmen suchen IT-Fachkräfte als Manager

Donnerstag, 31. Mai 2007

Wie der Newsdienst ZDNet berichtet, suchten Umwelttechnikfirmen derzeit verstärkt nach IT-Führungskäften, um ihr eigenes Management-Team mit den nötigen Kenntnissen zu bereichern. Angeschoben vom Geld der Wagnisfinanzierer, versuchten viele Start Up-Unternehmen, ihre derzeit wissenschaftlich geprägten Geschäftsführungen durch Business-Know-how aus der IT fit für das Wachstum zu machen.

Der vermeintliche Spagat für die Manager, die bisher nur mit Hard- und Software zu tun hatten, sei nicht so groß wie angenommen. Die Management-Erfahrung aus Hightech-Unternehmen würde sich mit den vorhandenen Ingenieursleistungen in den Unternehmen gut kombinieren lassen. Deren bisherige Führungsstrukturen würden durch den Einfluss der Quereinsteiger aus der IT belebt, Impulse auf Innovation und Kostenreduzierung seien bereits spürbar, heißt es.

Bemerkenswert sei, dass sich unter den vermeintlichen Umwelttechnik-Newcomern Mitarbeiter fänden, die in den letzten Jahren zwar in der IT gearbeitet hätten. Ihren Hochschul-Abschluss hätten sie davor aber in Umwelttechnik oder einem verwandten Thema gemacht.

Selten habe ich mich durch einen Artikel besser beschrieben gefunden, als durch diesen. Selber Diplom-Ingenieur für Umwelttechnik, habe ich in den vergangenen Jahren als Service Manager in Software-Unternehmen gearbeitet. Nun bringe ich dieses Know-how als Berater in Technologie-Unternehmen, u.a. im Wachstumsmarkt Umwelttechnik, mit ein. Es ist schön, die eigene Unternehmensstrategie so von extern bestätigt zu bekommen.

Produkte verkaufen, Service verschenken?

Dienstag, 29. Mai 2007

Viele Servicemanager in produktorientierten Unternehmen werden die Situation kennen: Einer der eigenen Vertriebsmitarbeiter steht vor einem größeren Abschluß von Produkten oder Lizenzen. In den Preisverhandlungen kommt er dem dem Kunden entgegen und reduziert den Preis. Allerdings bietet der Verkäufer sozusagen “Naturalien” an. Anstatt den Lizenz- oder Produktpreis zu rabattieren, legt er dem Angebot einige Tage freien Service oder Training bei. Aus Sicht des Kunden ergibt sich ein attraktiver Paketpreis, der Vertrag wird geschlossen.

Wo ist das Problem, werden einige sich fragen?More...

Solange das Vorgehen mit dem Service- oder Trainingsleiter abgesprochen ist, gibt es kein Problem. Meistens ist das aber nicht der Fall und dem Unternehmen geht zwar kein Umsatz verloren, doch die Marge wird deutlich verringert. Klar, werden manche sagen, das ist das Wesen von Preisnachlässen.

Das Problem mit dem Rabattieren oder Verschenken (im Sinne von Zugaben zur Produktverkäufen) von Service und Training ist, dass diese Dienstleistungen durch die Personalkomponenten wesentlich schlechter skalieren als Produkte. Wenn ein neues Produkt verkauft werden soll, dann fliessen die gesamten Kosten für dessen Entwicklung, das Material und die Herstellung in das erste Stück. Jedes weitere Stück des Produktes kostet nur noch das eingesetzte Material und die Herstellungskosten. Je mehr Stücke produziert werden, desto weiter sinken die relativen Kosten des Produktes. Bei genügend großer Stückzahl entsteht eine komfortable Marge, die die Rabattierung der Produkte einfach macht. Der Betriebswirtschaftler spricht von den Skaleneffekten oder auch economies of scale.
Bei personalintensiven Dienstleistungen sieht es dagegen anders aus. Auch hier fließen in die erste Dienstleistungseinheit sämtliche Kosten für deren Entwicklung und Erbringung. Bei jeder erneut erbrachten Dienstleistung gleicher Art fallen dann nur noch die reinen Erbringungskosten an. Allerdings fallen diese durch die Beteiligung von Personal sehr viel höher aus als bei Produkten. Während die Profitabilität eines Trainings noch mit der Anzahl der zahlenden Teilnehmer wächst, kann ein Servicetechniker genau einmal je Zeiteinheit fakturiert werden.
Werden nun die Dienstleistungen rabattiert oder als Dreingabe zum Produktverkauf komplett verschenkt, sinkt deren Marge auf Null oder wird sogar negativ. In Unternehmen, in denen der Service lediglich als Kostenstelle geführt wird, kann das dramatische Folgen für die Kosteneffizienz der Abteilung haben. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten droht eventuell eine Kosten(Personal-)kürzung, die durch den verbundenen Qualitätsverlust in den Teufelskreis weiterer Kürzungen führen kann.
Geht es denn auch anders?

Im Idealfall wird die Serviceabteilung eines Unternehmens als Profitcenter betrieben, d.h. die Abteilung ist für ihre Umsatz- und Kostenstruktur im Rahmen der Gesamtstrategie selbst verantwortlich. Für die zu erbringenden Dienstleistungen wird ein eigenes Produkt(Service-)management aufgesetzt, welches die Kosten kalkuliert und die Margenaufschläge innerhalb der Vermarktungsstrategie festlegt.

Für den Verkauf und die Rabattierung der Dienstleistungen gelten dann feste Regeln für den Vertrieb. Ausnahmen in der Rabattstaffel oder sogar das Verschenken von Dienstleistungen sind nur noch nach Rücksprache oder im Zuge von geplanten Marketingaktionen möglich. Für jedes Dienstleistungsprodukt werden bei Einführung und nach Änderungen Vertriebsschulungen durchgeführt. Deren Ziel ist es, den Verkäufern nicht nur die Inhalte und Verkaufsargumente zu vermitteln, sondern auch, so weit nötig, über die Kalkulation der Dienstleistungen aufzuklären. Die Steuerung des Vertriebes über Provisionen muss so erfolgen, dass Abschlüsse mit hoher Marge im Servicebereich gleich oder besser belohnt werden als vergleichbare Produktumsätze.
In einer solchen Organisation gibt es dann sogar Ausnahmen, in denen Service verschenkt werden kann. Durch die Entwicklung spezieller “Schnupperangebote” können gezielt Anreize für höheren Serviceumsatz geschaffen werden. Zum Beispiel können im Rahmen von Marketingaktionen den Produkten ergänzende Serviceangebote hinzugebündelt werden. Je nach Art und Ausprägung des Produktes würde für 30 oder mehr Tage ein Service in gleicher Qualität wie bei einem Wartungs- oder Supportvertrag kostenfrei erbracht. Entschliesst sich ein Kunde nach Ablauf dieser Phase zum Abschluß eines gleichwertigen Vertrages, kommt er in den Genuß besonderer Konditionen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Kunden, die derzeit nur anlassbezogen Service und Support vom Unternehmen kaufen, den Abschluß eines Jahresvertrages schmackhaft zu machen. Der Vertrag sichert der Serviceabteilung einen kontinuierlichen Umsatzstrom zu und erhöht zudem die Frequenz, in der die Kunden mit einem Servicemitarbeiter in Kontakt treten. Potentiell ist damit langfristig eine höhere Kundenzufriedenheit zu erzielen. Im Vergleich zur eingangs beschriebenen Situation ist auf jeden Fall die Gesamtmarge des Unternehmens und die der Serviceabteilung im Besonderen gesichert.

Schlechter Service der DSL-Anbieter

Donnerstag, 24. Mai 2007

Scheinbar unabhängig voneinander berichten sowohl Spiegel online als auch Handelsblatt und Süddeutsche Zeitung vom schlechten Service der Internet- bzw. DSL-Anbieter in Deutschland.

Der Bericht des Spiegel hebt hervor, dass die Anbieter von Internetzugängen auf Anfragen ihrer Kunden per Mail sehr spät anworteten. In den untersuchten Fällen läge die durchschnittliche Antwortzeit bei 42 Stunden, die längste Wartezeit lag sogar bei 185 Stunden. Einige der getesteten Unternehmen liessen Anfragen ihrer Kunden per Mail zum Teil schlicht unbeantwortet.

Bei den telefonischen Anfragen landeten knapp die Hälfte der Anrufer in der Warteschlange und würden im Mittel nach 41 Sekunden bedient. Der Wert liegt weit entfernt von der sonst in der Branche üblichen “80/20″-Leistungsvereinbarung (”Service Level Agreement”, SLA), d.h. 80% Prozent der Anrufer werden innerhalb von 20 Sekunden bedient. Hinzu komme laut Bericht, dass die Callcenter der DSL-Anbieter im Schnitt nur 99 Stunden pro Woche erreichbar wären. Ein Anwender mit einem Zugangsproblem wird also gezwungen, bis zum nächsten Arbeitstag zu warten. Unglücklich, wer zu den Arbeitszeiten der Callcenter selber arbeiten muss und daher nicht anrufen kann…

Ein Phänomen, über welches auch das Handelsblatt in seinem Artikel berichtet, seien die extremen Qualitätsunterschiede der DSL-Anbieter, je nachdem auf welchem Weg Kunden sie kontaktierten. So weise ein Anbieter schnelle Antwortzeiten beim telefonischen Kontakt auf, antworte aber zum Teil nicht einmal auf Anfragen per E-Mails. Andere Anbieter beantworteten die gleiche Anfrage unterschiedlich, je nachdem auf welchen Weg sie sie erreicht hätte. Ganz drastisch falle das Urteil über die Servicequalität aus, wenn die Internetunternehmen im Verlauf einer Anfrage über unterschiedliche Medien kontaktiert würde. Per E-Mail gemachte Aussagen würden am Telefon widerrufen bzw. per Briefpost ganz anders beanwortet. In anderen Fällen konnten die Callcenter-Mitarbeiter gar nicht sagen, ob und wann ein betreffender Kunde überhaupt mit ihnen in Kontakt getreten war.

Die Süddeutschen Zeitung zitiert in ihrem Beitrag die Autoren der Stiftung Warentest, die hinter dem schlechten Service der Internetanbieter die Auswirkungen des derzeit herrschenden Preiskampfes im DSL-Markt ausmachen. Auch in diesem Test wurden lange Antwortzeiten, verlorene E-Mails, und inhaltlich voneinander abweichende Aussagen bei den untersuchten Anbietern festgestellt.

Die Vermutung, Kostendruck sei für die schlechte Servicequalität der Internetanbieter verantwortlich, liegt auf der Hand. Viele Unternehmensführungen machen leider den immer gleichen Fehler, in Krisensituationen an den vermeintlich offensichtlichen Stellen zu sparen – den Personalkosten im Service. Sie vergessen dabei, dass mit dem Personalabbau auch Knowhow verloren geht, welches sich nicht in den Wissensdatenbanken speichern lässt. So sinkt unweigerlich die Servicequalität. Mit der Folge, dass weitere Kunden abwandern, der Umsatz weiter einbricht und der Kostendruck steigt, anstatt zu sinken – ein Teufelskreislauf.

In Zeiten, in den Produkte immer vergleichbarer und damit austauschbar werden, zeigen Verbraucher keine Markentreue. Sie entscheiden nach dem günstigsten Preis und wandern rasch ab. Diesen Trend kann ein Unternehmen abschwächen, in dem es sich auf anderen Gebieten vom Mitbewerb abhebt und die Kunden so an sich bindet. Beispielsweise durch guten Service…

9. S-Business Europe Services Leadership Konferenz

Sonntag, 22. April 2007

Vom 19. bis zum 21. April findet in Zürich die 9. europäische S-Business Konferenz des AFSMI statt. Ausgerichtet vom schweizerischen Chapter des internationalen Branchenverbandes der Service Manager, steht die Konferenz in diesem Jahr unter dem Motto “Changing the Service Game Plan”. Die Teilnehmer erwartet ein zweieinhalbtägiges Vortragsprogramm rund um Themen wie Kundenzufriedenheit, Performancesteigerung im Kundendienst, Service Design und andere Themen. Die Referenten sind hochkarätig und international besetzt, sie berichten sowohl aus der täglichen (best) practice als auch aus aktueller Service-Forschung.

[Update]

Das folgende Bild zeigt W. Taurel, K. Altenfelder, M. Schwarz und T. Theissen (v.l.n.r.) während einer Gesprächsrunde auf der Konferenz.

Mitglieder des AFSMI German Chapter in Zürich

Mitglieder des AFSMI German Chapter in Zürich