Archiv für März 2006

Service ist Trumpf im Maschinenbau

Montag, 27. März 2006

Die Printausgabe der vdi-nachrichten zitieren in ihrer Ausgabe vom 24.03.2006 Horst Meier, den Lehrstuhlinhaber für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum: “Ohne ausgeprägten, kundennahen Service ist ein Weltmarktführer heutzutage nicht mehr überlebensfähig. Diese Erkenntnis hat sich noch nicht überall durchgesetzt”.

Diese Aussage ist umso bemerkenswerter, als doch mit Serviceleistungen Margen erzielt werden können, die deutlich über denen von Produkten liegen. Laut Gartner hat 2004 der durchschnittliche Beitrag von Serviceabteilungen zum jeweiligen Firmengesamtumsatz bei 37,2 % gelegen. Die mittlere Marge dieser Serviceorganisationen lag im gleichen Zeitraum bei 65,3 Prozent.

Solche hervorragenden Zahlen werden aber nur bei den Unternehmen erzielt, die “best practises” in ihrem Geschäftsfeld anwenden. Sie vermeiden die Fehler, die ihre Mitbewerber immer noch im täglichen Geschäft machen.

Wenn Sie auch durch “best practises” Zugewinne bei Effizienz und Effektivität machen wollen, dann kontaktieren Sie mich und vereinbaren Sie eine Analyse Ihrer Serviceprozesse durch mich. Ich zeige Ihnen, wo Ihre Organisation im Vergleich mit dem Branchendurchschnitt steht und an welcher Stelle Optimierungspotential vorhanden ist.

Einführung von Prozeßkostenrechnung als wichtiger Schritt zur Profitabilität

Donnerstag, 23. März 2006

Die Ausgangslage:

In einem mittelständischen deutschen Softwareunternehmen war die Serviceorganisation, historisch gewachsen, neben dem reinen After Sales-Support der unternehmenseigenen Produkte für eine Vielzahl von anderen Aufgaben zuständig. So leisteten die Servicemitarbeiter Presales per Telefon und E-Mail und nahmen an Messen als Standpersonal für technische Anfragen teil. Aufgrund ihrer technischen Expertise leisteten sie Anteile bei der Produktentwicklung und unterstützen bei der Qualitätskontrolle, in dem sie an Betatest der Software teilnahmen und Feedback zur Produktqualität abgaben. Insgesamt also eine Situation, wie sie in vielen Firmen dieser Größe anzutreffen ist.

Das Problem:

In schwierigen Zeiten mit wachsendem Kostendruck wurde aber der Blick auf die Auslastung der Mitarbeiter und die Profitabilität der Abteilung insgesamt gerichtet. Aufgrund der vorhandenen eingeschränkten Zahlenbasis herrschte der Eindruck, dass die Serviceorganisation personell überbesetzt, nicht ausgelastet und unprofitabel sei. Die abteilungsfremden Aufgaben wurden also solche nicht erkannt und konnten daher auch nicht bewertet werden. In der Folge lautete die Forderung des Managements daher, entweder kurzfristig die Umsatzsituation zu verbessern oder aber die Kostensituation in den Griff zu bekommen.More...

Der Lösungsansatz:

Zunächst wurde mit den Mitarbeitern zusammen eine klare Trennung zwischen dem eigentlichen Kernprozess der Abteilung, nämlich der Erbringung von After Sales-Support und den aufgabensfremden, aber dennoch für das Unternehmen wichtigen Tätigkeiten vollzogen.

Diese Tätigkeiten wurden katalogartig erfaßt, den nutznießenden anderen Abteilungen zugeordnet und in einer Datenbank hinterlegt. Über eine Web-Oberfläche konnten die Mitarbeiter in der Folgezeit ihre zeitlichen Aufwendungen wochenweise auf die so geschaffenen Kostenstellen buchen. Am Monatsende wurden die Daten anonymisiert und auf Teamebene zusammengefaßt ausgewertet. Auf diese Weise wurde auch den Anforderungen des Betriebsverfassungsgesetzes hinreichend Rechnung getragen, wovon sich der Betriebsrat des Unternehmens in regelmäßigen Besprechungen während des Projektverlaufes selber überzeugen konnte.
In enger Zusammenarbeit mit dem zentralen Controlling der Firma wurde die Datenerhebung so lange verfeinert und angepaßt, bis nach einem halben Jahr eine statistisch belastbare Datenbasis vorlag. Aus dieser ging hervor, welchen Anteil ihrer Aufwendungen die Serviceorganisation für die Erbringung des Kernprozesses verbrachte und wieviel Leistung in andere Unternehmensbereiche floß. Damit lag eine verläßliche Entscheidungsgrundlage vor, welche der zusätzlichen Aufgaben künftig wegfallen sollte, weil sie auch in anderen Abteilungen nicht ausreichend Mehrwert darstellte. Die verbliebenen Zusatzaufgaben wurden vom Controlling als interne Leistungsverrechnung den nutznießenden Abteilungen zugeschlagen, wodurch sich unter anderem die Produktions- und Vertriebskosten (COGS) rechnerisch erhöhten. Durch die hohen abgesetzten Stückzahlen fielen die Kosten an dieser Stelle des Unternehmens aber nicht ins Gewicht, während sie für die Serviceorganisiation jedoch zu empfindlichen Stellenkürzungen geführt hätten.

Das Resultat:

Nach nur einem halben Jahr war die Serviceorganisation profitabel, indem sie die vorher versteckten Kosten ihrer Aufwendungen mithilfe einer vereinfachten Prozesskostenrechnung aufdecken und mit den tatsächlichen internen Verursachern verrechnen konnte. Aus einer angespannten Kostensituation mit hohem Handlungsdruck heraus konnte die Serviceorganisation ihre Stellung innerhalb des Unternehmens festigen. Da keine Stellenkürzungen vorgenommen werden mussten, konnten weitere Serviceangebote entwickelt und daraufhin auch die Umsatzsituation verbessert werden.

Weitere Details zu dieser Referenz und zu dem Projektaufwand nenne ich Ihnen gerne auf Anfrage.

Vermarktung von Services in der Investitionsgüterindustrie

Montag, 20. März 2006

Am 22. März findet in Kaiserslautern die 6. VDI nachrichten-Konferenz statt. Das Thema des zweiten Tages ist Service Marketing mit Schwerpunkt auf der Investitionsgüterindustrie. Als Zielgruppe ihrer Veranstaltung nennt das VDI Wissensforum u.a Serviceleiter, Business Unit-Leiter und führende Mitarbeiter aus Produktmanagement und Business Development.

Aus dem Programm:

  • Nutzung ungenutzter Chancen im Servicegeschäft
  • Vermarktung von Industriedienstleistungen
  • Service-Marketing im Werkzeugmaschinenbau
  • Effektives Servicemarketing
  • Service – ein überzeugendes Marketing für Neumaschinenverkauf in internationalen Märkten
  • Servicemarketing als Kommunikationskonzept

Als Referenten hat der VDI langjährige Serviceexperten aus Industrie- und Beratungsunternehmen gewinnen können. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des VDI-Wissensforums.

Materna bietet Lösung für das Reporting von Kundenbeschwerden

Freitag, 17. März 2006

” Die MATERNA GmbH präsentiert auf der CeBIT 2006 in Halle 3, Stand C30 eine Lösung für den Kundenservice, die Beschwerden systematisch auswertet und vollständig in den Beschwerde-Management-Prozess integriert ist. Unternehmen sind damit in der Lage, ein gezieltes Controlling ihres Customer Services durchzuführen und individuelle Auswertungen über eingegangene Beschwerden zu fahren. Zudem lassen sich aus Beschwerden direkte Qualitätsdefizite bei Produkten und Dienstleistungen ableiten und die Fehlersuche eingrenzen.” Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Materna GmbH.

Dienstleistungsmarketing (Meffert/Bruhn)

Freitag, 17. März 2006

Das Buch Dienstleistungsmarketing von Heribert Meffert und Manfred Bruhn, erschienen im Gabler Verlag, führt systematisch in die besondere Form des Marketings für Dienstleistungen ein. Diese sind, anders als Produkte, immateriell und beginnen erst im Dialog mit dem Abnehmer zu entstehen. Was ein Kunde mit einer Dienstleistung kauft, wird also erst Realität, wenn der Kunde bereits gekauft hat.

Meffert und Bruhn führen den Leser in ihrer Einleitung in diese Besonderheiten ein, um dann im folgenden Kapitel auf theoretische Grundlagen einzugehen. Insbesondere auf die Informationsasymmetrie, die bereits eingangs erwähnte Problematik der Unsicherheit beim Kunden über die zu erwartende Dienstleistung wird in verschiedenen Ansätzen eingegangen. Die Hauptaufgabe des Dienstleistungsmarketing sehen die Autoren denn auch im Abbau von Unsicherheit durch umfangreiche Information des Kunden.

Im folgenden beschreibt das Buch die Informationsgrundlagen, auf denen das Kaufverhalten für Dienstleistungen basiert. Schwerpunkte setzen Meffert und Bruhn hier auf die Marktforschung bzw. die Marketsegmentierung im Dienstleistungsbereich: Demographische, sozio-ökonomische, psychologische bis hin zu Verhaltenskriterien werden von den Autoren beleuchtet.

Das Kapitel über strategisches Dienstleistungsmarketing sieht auf den ersten Blick einem allgemeinen Marketing-Buch sehr ähnlich, erst beim genaueren Lesen fallen die Besonderheiten und Unterschiede auf. Der Überblick über gängige Methoden und Konzepte wie SWOT-Analyse, Lebenszyklusanalyse u.a. fällt daher kurz aus, Vorkenntnisse aus dem traditionellen Marketing beim Leser sind daher hilfreich. Interessant wird es bei den Zieldefinitionen hinsichtlich der Basiskategorien (z.B. ökonomische Ziele, Marktstellungsziele, Prestigeziele, u.a.) und Qualitätsdimensionen (potential- , prozess-, ergebnisorientiert), da an dieser Stelle die Weichen für die weitere Unternehmensentwicklung gestellt werden. Eine Einführung in die Kundennutzenberechnung und die Bedeutung von Kundenzufriedenheit und -bindung runden diesen Absatz ab. Der Rest des Kapitels geht mehr oder minder tief in die verschiedenen Teilaspekte einer Strategiefindung ein, kategorisiert in Geschäftsfeld- und Marktteilnehmerstrategien.

Vom bei Dienstleistungen so wichtigen Feld des Qualitätsmanagements handelt das fünfte Kapitel des Buches und geht dazu nochmals näher auf die Definition von Qualität ein. Wie Qualität bei Dienstleistungen gemessen werden kann, nimmt einen weiten Raum auf den folgenden Seiten ein, ergänzt durch die Übersicht über Konzept und Instrumente des Qualitätsmanagements. Die Rolle von Zertifizierungen von Dienstleistungen wird kurz beleuchtet.

Mehr in die Tiefe geht das Buch bei der Beschreibung des operativen Dienstleistungsmarketings. Die aus dem klassischen Marketing bekannten “4P” werden spezifisch beschrieben, z.B. im Zusammenhang mit der Nichtlager- und Nichttransportfähigkeit von Dientsleistungen. Die operativen Aspekte des Marketings werden Punkt für Punkt benannt und defininiert und stellen so eine umfassende Einführung in das Thema dar. Als Nachschlagewerk ist Dienstleistungsmarketing in diesem Punkt sicherlich gut geeignet. Für den Praktiker fehlen allerdings die konkreten Hinweise auf das “Wie”.
Kurz umrissen werden die Besonderheiten des internationalen Dienstleistungsmarketings wie kulturelle Effekte, verschiedenartiges Käuferverhalten, abweichende Methoden der Marktforschung u.a.

Fast noch kürzer abgehandelt wurde das Kapitel über die Implementierung von Dienstleistungsmarketing, welches hauptsächlich auf die Konsequenzen für die Unternehmenskultur abhebt.

Einem kurzen Ausblick auf künftige Entwicklungen (Transition von Produktions- zu Dienstleistungsgesellschaft setzt sich fort, Spannungsfeld Standardisierung vs. Individualisierung, Kundenbindung als zentrale Zielgröße,…) folgen sechs Fallbeispiele aus der Praxis.

Unter dem Strich ist das Buch von Meffert und Bruhn auf jeden Fall ein Standardwerk für Studierende und andere am Dienstleistungsmarketing Interessierte. Trotz der umfangreichen Fallstudien und den Beispielen aus der Praxis bleiben für den Leser aber trotzdem Fragen offen, wenn es um die konkrete Umsetzbarkeit des Wissens geht. Hier sind auf jeden Fall je nach Anwendungsgebiet spezialisiertere Bücher zusätzlich hinzuzuziehen.

Das Buch liegt mittlerweile in einer vierten Auflage vor, die erneut überarbeitet und mit Praxisbeispielen ergänzt wurde. Neue Kundenstrategien, zusätzliche Analyseinstrumente zur Messung der Dienstleistungsqualität, neue Entwicklungen in der Personalpolitik und eine intensivere Auseinandersetzung mit E-Services im operativen Dienstleistungsmarketing wurden hinzugefügt. Das Dienstleistungscontrolling wurde in einem eigene Kapitel beschrieben.

Weltverbrauchertag

Mittwoch, 15. März 2006

Heute am 15. März ist der Weltverbrauchertag, der erstmals 1983 begangen wurde und zurückgeht auf die vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy 1962 in einer Rede vor dem Kongress geforderten vier Grundrechte von Verbrauchern. Kennedy führte damals als notwendig an: Das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte, das Recht auf umfassende Information, das Recht auf freie Wahl und das Recht, gehört zu werden. Später haben die Vereinten Nationen diese Grundrechte noch um weitere Forderungen erweitert.

In heutiger Zeit haben sich die Verbraucherschutzorganisationen die Einforderung dieser Rechte auf die Fahnen geschrieben und prangern empfundenes und objektiv erfahrenes Unrecht öffentlich an. Verbraucher werden aufgefordert, Ihre Erlebnisse und Erfahrungen als Kunden zu schildern. Mitweilen kommen dabei haarsträubende Mißstände an den Tag, die sowohl große als auch kleine Unternehmen betreffen und deutlich zeigen, dass selbst manches der großen börsennotierten Unternehmen noch meilenweit von Service Excellence entfernt ist.

More...Nun verwundert das den erfahrenen Service Manager nicht, weiß er doch, dass der Kundendienst von Menschen für Menschen erbracht wird und damit zwangsläufig den zwischenmenschlichen Beziehungen unterworfen ist. Dennoch gibt es Auswege aus dieser Situation, auch für kleine Unternehmen.

Kundendialoge können kategorisiert und damit trainierbar gemacht werden. Das erleichtert dem Kundendienstmitarbeiter zu erkennen, in welcher Stimmung sein Kunde sich befindet und wie er selber am besten darauf reagiert. Prozesse können definiert werden, in denen dem Servicepersonal Entscheidungsspielräume zum Deeskalieren von festgefahrenen Dialogen gegeben werden. Mithilfe eines ausgefeilten Eskalations- und Beschwerdemanagements werden dann schließlich die ganz kritischen Fälle der nächsten Managementebene oder, in kleinen Unternehmen, direkt dem Geschäftsführer oder Inhaber zugeführt.

Hier gilt es dann, mit unternehmerischem Weitblick die für den unzufriedenen Kunden und der Firma bestmögliche Lösung herbeizuführen. Das dies möglich ist, beweisen zahlreiche Unternehmen aller Größenordnungen. Voraussetzung dafür sind eine Firmenkultur, die den Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten rückt und ein professionelles Servicemanagement.

Dann klappt es auch mit dem Verbraucherschutz.